Popularität und kommerzieller Erfolg

… sind zwei verschiedene Dinge, dessen ist man sich im Musikbusiness mittlerweile schmerzhaft bewusst geworden. Vorbei sind die Zeiten, in denen man durch breite Präsenz schon irgendwie seine Käufer gefunden hat. Sie sitzen schon lange nicht mehr nur vor MTViva oder lesen das WOM Magazin und rennen in den Laden, wenn sie ein Lied wollen. Kann man sich ja auch bei Youtube anhören.    

Davon durften wir uns beim Bundesvision Songcontest auch überzeugen, an dem wir mit RAPSOUL und dem dazugehörigen Song „König der Welt“ für Hessen antreten durften. Nachdem wir 2 Tage mit 48 Kindern, Proben, Generalprobe und schließlich der Show verbracht hatten, stand am Ende Platz 8 auf der Anzeigentafel. Etwas weniger als wir uns erhofft hatten, aber immerhin auf der linken Gewinnerseite und dazu in guter Gesellschaft mit einem der Top-Favoriten Culcha Candela auf Platz 7 direkt vor uns. Laith-Al Deen und die Sportfreunde Stiller konnten wir sogar hinter uns lassen.

Dass die Menschen, die sich von der Sendung und den Acts begeistern lassen und in einen oder viele Anrufe investieren und jene Menschen, die die Titel auf CD oder als Download kaufen nicht die gleichen sind, sieht man spätestens an den Charts der Woche danach. Das Bo steigt direkt hinter Clueso (2. Platz beim Bundesvision) auf Platz 16 in die Charts ein (12. Platz beim Bundesvision). „König der Welt“ ist als fünftbeste Single der BuViSoCo Teilnehmer auf Platz 38 in die Charts eingestiegen. So gesehen haben wir ja doch etwas besser abgeschnitten. 

Die knappen Gewinner des Abends haben es in den Charts mit ihrem Titel nur auf Platz 44 geschafft. Sind deren Fans also die heimlichen Quotenbringer bei DSDS und Popstars und haben so das Anrufen geübt oder hat sich das gesamte Genre solidarisch zusammengetan um dem Rest der deutschsprachigen Musikschaffenden eins auszuwischen? Oder wollten uns die neuen Bundesländer beweisen, dass man an ihnen nicht vorbeikommt in der Abstimmung? 

Wir werden es nicht genau herausfinden und nehmen es sportlich. Sind wir doch lieber froh, dass es diesen Wettstreit überhaupt gibt und das an einem Abend 16 deutsche Bands ein Forum hatten, ihre Musik einem Millionenpublikum zu zeigen.

 

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