Es gibt wirklich gute Fachbücher zum Thema Musikproduktion. Auch wenn man meistens denkt, das man selbst alles besser weiß, eröfnen sich doch immer wieder neue Horizonte.
Ein Buch mit einem speziellen Blickwinkel ist “Sessions with Sinatra” von Charles L. Granata. Hier hat der Autor nichts mit den Sessions selbst zu tun gehabt, aber durch Interviews mit Zeitzeugen, und dem Durchhören der Original-Tonbänder mit Dialogen rekonstruiert, wie die Recording Sessions dieser insgesamt 60-jährigen (!!) Recording-Karriere abgelaufen sind. Man kann anhand dieser Karriere die Evolution der Kunst des Recordings exemplarisch toll nachvollziehen.
Man erfährt anhand dieser Zeitreise zum Beispiel, wie die technische Entwicklung der Mikrophone in den 30er Jahren die Fokusverschiebung von Bandleader auf Leadsänger ermöglicht haben und in der späteren Entwicklung (Mehrspurrekorder, Digitaltechnik) viele Dinge mehr. Vor allem erinnert es daran, wie große Orchester und ein Leadsänger gleichzeitig in einem Raum performen, niemand hat Kopfhörer auf, nach 5 Takes ist alles vorbei.
Entsprechend hat der Sound der Räume, in denen diese Aufnahmen jeweils produziert wurden, den Sound der Labels, auf denen die Aufnahmen erschienen sind, maßgeblich bestimmt. Mit den heutigen Mitteln sollte man den offensichtlichen Verlust an Charakter eben ausgleichen, indem man Dinge nicht immer gleich macht. Wenn einer 50 Streicher mikrofoniert, klingt es zwangsläufig nicht jeden Tag gleich. Auf der andren Seite ist mir klar geworden, dass die jüngste Entwicklung der Musik mit quasi Desktop-Produktion und MP3-Vertrieb auch nur eine kleine Mini-Revolution von vielen ist. In den 90ern hat Sinatra seine Duettpartner auch über Satellitenleitung einsingen lassen.
Sinatras Lieblings-Tonigenieur, Bill Putnam, hat Studioequiment gebaut, das man heute als Plugins im Rechner einsetzt. Ich benutze sie täglich (http://www.uaudio.com)
Und es geht weiter …
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